Grabenlose Rohrsanierung erklärt — wie das Inliner-Verfahren funktioniert, wann es geeignet ist und warum Ihr Garten verschont bleibt.
Was ist die Inliner-Sanierung?
Beim Inliner-Verfahren (auch Relining genannt) wird ein mit Harz getränkter Gewebeschlauch in das beschädigte Rohr eingeführt. Der Schlauch wird mit Druckluft an die Innenwand des alten Rohres gepresst und härtet dort aus — es entsteht ein neues, nahtloses Rohr im Rohr.
Das Ergebnis: Eine glatte, dichte Leitung ohne Muffen und Nahtstellen, die mindestens 50 Jahre hält. Und das alles ohne Bagger, ohne aufgerissene Gärten und ohne wochenlange Baustelle.
Wann ist das Inliner-Verfahren geeignet?
Ideal bei: Rissen und Brüchen in der Rohrwand, undichten Muffen, Wurzeleinwuchs-Eintrittsstellen, Korrosion bei Gussrohren.
Nicht geeignet bei: Vollständig kollabierten Rohren (kein Hohlraum mehr vorhanden), starken Verformungen (Rohr ist eingedrückt), Nennweitenänderungen innerhalb der zu sanierenden Strecke.
Im Odenwald mit seinen vielen alten Tonrohr-Leitungen aus den 1950er–70er Jahren ist das Inliner-Verfahren die häufigste Sanierungsmethode.
Ablauf einer Inliner-Sanierung
1. Kamerainspektion: Zustandsanalyse und Vermessung der Schadstellen. 2. Reinigung: Hochdruckspülung zur Vorbereitung der Rohroberfläche. 3. Inliner einführen: Der harzgetränkte Schlauch wird über einen Revisionsschacht eingeführt. 4. Aufblasen: Druckluft presst den Liner an die Rohrwand. 5. Aushärten: Je nach Verfahren 2–6 Stunden (UV-Aushärtung ist schneller). 6. Nachinspektion: Kamerakontrolle des fertigen Liners.
Gesamtdauer: In der Regel ein Arbeitstag für ein Einfamilienhaus.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Inliner?
Mindestens 50 Jahre. Die verwendeten Epoxid- oder Polyesterharze sind extrem widerstandsfähig gegen Korrosion und chemische Einflüsse.
Kann ich während der Sanierung das Haus nutzen?
Ja, allerdings kann die Kanalisation während der Aushärtungsphase (2–6 Stunden) nicht genutzt werden. In der Regel ist alles am selben Tag wieder benutzbar.